Den Tod eines nahen Angehörigen zu verarbeiten, vor allem den eines Kindes, ist ein schmerzlicher Prozess. Wir befinden uns in einem Alptraum, sind fassungslos, ohnmächtig. Manch einer verliert zu all dem noch seinen Freundes- oder Bekanntenkreis. Wer möchte dieses Leid schon mit tragen?! Viel leichter ist es, die Straßenseite zu wechseln, zu ignorieren, was geschehen ist. Bloß die Betroffenen nicht ansprechen, sie nicht daran erinnern....Was soll man auch sagen? Was ist passend? Was ist falsch? Jedes Wort kann falsch sein und völlig unpassend. Trauernde sind dünnhäutig. Es gibt keine Formel, kein Rezept, das man anwenden könnte, insofern Trauende keine Signale setzen. Es birgt immer die Gefahr, dass das kleinste Wort eine Lawine voller Tränen, Erstarrung oder Abwehr auslöst. Und weil das so ist, wird es leicht unterlassen. Dabei würde es reichen, einfach da zu sein, ganz ohne Worte.

Dann kommen die Wochen, die Monate, die Jahre danach. Wer denkt schon daran, dass Eltern immer Eltern bleiben, solange sie leben, dass sie nie aufhören, an ihr Kind zu denken, auch wenn sie wieder normal "funktionieren".

Ich kann keinem die Unsicherheit verdenken. Ich kann nur dazu anregen, das gesellschaftliche Tabu zu durchbrechen. Den Mut zu finden, Betroffene auch nach der akuten Trauerphase anzusprechen.

Ich danke Jedem, der den Namen meines Sohnes heute noch ausspricht, denn das zeigt mir, dass man ihn nicht vergessen hat.
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