Es gibt Menschen die unsterblich bleiben, weil sie in uns weiterleben, weil sie unvergessliche Spuren der Liebe zurückgelassen haben.

Diese Seite ist meinem Sohn Marian gewidmet, der am 10. 06. 2001 ums Leben kam. Von einer Minute zur anderen war nichts mehr wie es war. Er war 15 Jahre, ging mit Freunden feiern und kam nicht zurück, stürzte eine Treppe hinunter, verstarb noch an der Unfallstelle. Wie ich die Zeit danach erlebte, habe ich in meinem Roman "Nachtmusik" aufgeschrieben.

Eine lange Zeit ist seitdem vergangen, oder eine kurze Zeit? In sieben Jahren ist viel geschehen. In erster Linie habe ich gelernt mit dem schmerzlichen Verlust umzugehen. Das Leben hat eine neue Gestalt angenommen und der Tod sein Schreckensgesicht verloren. Tod und Leben gehören zusammen. Marian ist mir gar nicht fern. Er ist einfach überall...Trotzdem fehlt er mir jeden Tag aufs Neue. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich zu Marians Lebzeiten vor Kindergräbern stand und mich fragte: Wie ist es möglich nach so etwas weiterzuleben? Unvorstellbar!
Und jetzt? Erinnerungen schweben durch den Alltag. Völlig normal, wie Begleitmusik. Aber irgendwo, irgendwann unverhofft holen sie mich dann mit aller Heftigkeit ein. Manchmal noch immer die Frage nach dem "Warum?" Besonders heftig bricht die Sehnsucht durch, wenn ich mich auf Wege oder Straßen begebe, die ich seit Marians Tod nie wieder oder höchst selten gegangen bin. Sie katapultieren mich in jene schreckliche Trauer-Phasen-Zeit zurück. Ich fühle dann eine entsetzliche Beklemmung. Nie wieder Erinnerungen an unsere gemeinsamen Jahre tauschen zu können, weder die freudvollen, noch die leidvollen. Nie die freudige Nachricht zu empfangen, dass das erste Enkelkind geboren wurde und auch keinen Mut zusprechen zu können, weil es mit dem Job nicht geklappt hat oder was auch immer.

Ich bin ruhelos geworden. Muss immer etwas planen, vorbereiten, schaffen. Habe Angst vor einem Stillstand, der mich in die Tiefe ziehen könnte. Aber gerade das ist wohl das Elixier, um nach einem solchen Schicksalsschlag nicht ins Abseits zu geraten, immer wieder rettendes Land zu finden.
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